Finger weg von Afrika

arid barren clay cracks
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Frau Claudia Roth hat sich heute mal wieder in ihrer humanitären Rolle als „Gutmensch“ und „Retter der Welt“ präsentiert und „gesonnt“.

Sie fordert das Asylrecht zu erweitern. „Wir müssen die Kriterien für das Recht auf Asyl ausbauen. Beispielsweise ist der Klimawandel mittlerweile eine Fluchtursache“, sagte die Bundestagsvizepräsidentin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wenn ich Frau Roth höre, frage ich mich zugleich, ob ich denn nicht auch Asyl in einem „wärmeren Land“ beantragen könnte, wenn es bei uns im Winter zu Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommt. Theoretisch habe ich dann auch Anspruch auf „Asyl“, besonders dann, wenn die Winter in Deutschland „immer kälter“ werden.

Dann käme noch erschwerend hinzu,  dass ich aufgrund meines Alters meine Arbeitsstelle verloren habe und nicht mehr weiß, wie ich über die Runden komme mit meinem geringen Hartz IV-Einkommen. Nun droht mir aber auch schon die Obdachlosigkeit, weil ich meine Miete kaum mehr bezahlen kann, bzw. in eine kleinere Wohnung umziehen müsste, weil die bisher von mir bewohnte zuviele qm hat.

Nur leider gibt es keine bezahlbaren Wohnungen  mehr für Hartz IV-Empfänger. Denn wir haben ja auch noch die vielen Asylsuchenden, die vor dem Klimawandel flüchten.

Also wird mir dann über kurz oder lang wohl nichts anderes übrig bleiben, als in einem „wärmeren Land“ um Asyl zu suchen, denn dort kann ich ja wenigstens auf der Straße leben und muss nicht befürchten, zu erfrieren.

Die Asylsuchenden, die sich aufgrund des Klimawandels in Deutschland einfinden, werden ja auch gut versorgt, die können dann in meine frei gewordene Wohnung einziehen, die ich mir leider nicht mehr leisten kann.

Nun Schluss  der Ironie.

Ein andere Überschrift ist mir heute auch ins Auge gestochen:

Afrika braucht keine Babysitter

Volker Seitz schreibt in einem Artikel am 08.11.2018 auf Achgut.com:

„Der ruandische Präsident Paul Kagame sagte Mitte Juni 2018 in einem Interview mit der Zeitschrift Jeune Afrique: „Afrika braucht keine Babysitter. Je weniger sich die Welt um Afrika kümmert, umso besser geht es Afrika.“ Er bezieht sich in dem Interview auf tausende europäische, amerikanische, asiatischen und andere „Helfer“, die mit ihrem Paternalismus meinen, sie würden den Afrikanern helfen. Ruanda ist zwar keine Demokratie, wie sie uns gefällt, aber ein funktionierender Staat mit behördlicher Effektivität.“

Weiter berichtet Seitz davon, dass es in Zentral- und Westafrika in ausreichender Zahl Wasserquellen gibt. Leider haben aber die Regierungsbehörden versäumt, die notwendigen Investitionen zu tätigen, um diese Wasserquellen für ihre Bewohner zugänglich zu machen. So ist also die allererste Ursache für den fehlenden Zugang zu Wasser nicht der Mangel an vorhandenen Wasserressourcen, sondern  der Mangel an Willen oder Mitteln, die die Regierungsbehörden der dortigen Staaten den Bewohnern zur Verfügung stellen.

Mit unseren moralischen Vorstellungen des Westens und der ständigen Forderung nach sozialer Verantwortung für Afrika wird begründet, dass wir als wohlhandende Länder verpflichtet sind, die Entwicklung in diesen armen Ländern zu fördern.

Dies führt dann auch dazu, dass sich Prominente verpflichtet fühlen, sich einzubringen.

Seitz schreibt hierzu weiter:

Das führt dazu, dass auch Prominente sich einbringen. Wer den Hauch einer Berühmtheit hat, begibt sich nach Afrika, um seine Großzügigkeit zu demonstrieren. Die Schriftstellerin Yvonne Adhiambo Owuor aus Kenia spottet über Menschen, die „etwas von Bonos Ich-spreche-für-Afrika-Gutmenschentum an sich haben.“

Ein Beispiel: Wenn eine Regierung mit großer Eigenanstrengung ein Krankenhaus (oder eine Schule) baut, sollten wir – falls nötig – bei der Einrichtung helfen. Heute wird ein Krankenhaus von einer Hilfsorganisation geplant, von der Regierung gebilligt und die Bevölkerung darf applaudieren, wenn es eingeweiht wird. Da es ohne Beteiligung der Menschen vor Ort gebaut wird – und oft auch an ihren Bedürfnissen vorbei –, verfällt es nach kurzer Zeit, bis ein beflissener Geldgeber sich bereiterklärt, Haus und Geräte zu erneuern.

Wenn die Bevölkerung dagegen mit Hand anlegen würde, wäre es auch ihr Krankenhaus. Auch ein Brunnen ist durch Ortsfremde rasch gebohrt, aber es gelingt oft nicht, ein Dorf dazu zu bringen, ihn in Schuss zu halten und über Jahre das Wasser effizient zu nutzen. Ich habe erlebt, dass ein Brunnen nicht genutzt wurde, weil er ohne Beteiligung und Befragung der Dorfbevölkerung willkürlich an einer Stelle gegraben wurde, just an einem geheiligten Ort, der den Göttern gehört.“

Als Resümee dieser verfehlten „Wohltaten“ führt Seitz weiter aus:

„Wir fördern ganz nebenbei eine kriminelle Industrie

Europa kann nicht dauerhaft die Folgen des afrikanischen Bevölkerungsdrucks auffangen. Illegale Einwanderung, insbesondere bei Menschen aus Ländern, in denen es politische Freiheit gibt, darf sich nicht lohnen. Es gibt zum Beispiel keinen Grund für Senegalesen, Asyl zu beantragen. Senegal ist eine der ältesten Demokratien in Afrika. Würde auch nur die Hälfte derer, deren Anträge abgelehnt wurden, (ohne Duldung) abgeschoben werden, hätten wir jede Menge Platz und Geld für die wirklich Asylbedürftigen.“

So fördern wir ganz nebenbei eine gewaltige kriminelle Industrie, die sich auf die Schlepperei von Flüchtlingen spezialisiert hat. „Aktivisten“ in den zahlreichen Migrations- und Flüchtlingsvereinen müssten eigentlich gegen den Exodus der Jungen und Starken aus dem Sorgenkontinent Afrika stimmen. Mit dem Weggang von Ingenieuren, Ärzten, Krankenschwestern et cetera verlieren ihre Heimatländer wesentliche Fähigkeiten, sich wirtschaftlich und gesellschaftlich weiterzuentwickeln. Die Abwerbung der Fachkräfte gereicht uns nicht zur Ehre, ist moralisch fragwürdig und eine Bankrotterklärung.“

Ferner fügt Seitz ein Zitat von Veye Tatah hinzu:

„Veye Tatah, Herausgeberin der Zeitschrift „Africa Positiv“, sagte in einem Interview mit der ZEIT am 28. Juni 2018:

„Viele Afrikaner denken, alles Gute muss von außen kommen. Aber Entwicklung beginnt im Kopf und Geld kann nicht alle Probleme lösen. Auch nicht in der Entwicklungshilfe, die oft in falsche Kanäle fließt – und nicht bei den wirklich Bedürftigen ankommt. Viele junge Afrikaner plädieren für ein Ende der Entwicklungshilfe. Die Afrikaner müssen sich ihre Zukunft aus eigener Kraft erkämpfen.“ 

Das Seitz weiß wovon er spricht, lässt sich schon aus seiner beruflichen Tätigkeit herleiten:

Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“. Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe erschien im September 2018. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

Als Fazit zu meinem heutigen Bericht würde ich deshalb auch Frau Claudia Roth raten.

Frau Roth, bevor Sie sich zu Themen äußern, die nicht unbedingt ihrem eigenen Lebensumfeld entsprechen, sollten Sie sich bei entsprechenden Quellen schlau machen.

Dann hätten wir in Deutschland vielleicht auch von den „Grünen“ realistischere Vorschläge für eine Politik, die sich in erster Linie mit den Problemen in ihrem eigenen Land auseinandersetzt.

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